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Patrick Wolf in Berlin - 18.10.2012 in der Passionskirche

Patrick Wolf in Berlin - 18.10.2012 in der Passionskirche

© Trinity Music GmbH

Die Musik des Londoners bewegt sich zwischen düsterem Indie, emotionalem Pop, sowie energiegeladenem Electro und spricht so melancholische Gemüter und Tanzwütige gleichermaßen an. Bei seiner Acoustic-Tour präsentiert er sich nun ganz pur und persönlich.

Patrick Wolf geht schon immer seinen eigenen Weg. Als Kind erlernt er sage und schreibe acht Instrumente und beginnt mit elf Jahren, eigene Songtexte zu schreiben, statt wie die anderen draußen zu spielen. Er hört nicht Take That sondern Klassik oder Songs von Björk. Im Alter von 16 zieht er in ein leer stehendes Haus bei London, um in Ruhe komponieren und musizieren zu können. Und nach dem Erfolg seiner ersten drei Alben kündigt er bei Universal Records, weil er seine nächste Platte nicht von Mark Ronson produzieren lassen will. Stattdessen gründet er 2008 sein eigenes Label "Bloody Chamber Music", das seine Fans durch den Kauf von Anteilen mitfinanzieren. Ein Individualist und künstlerischer Freigeist ist der 29-jährige Brite also - und das hört man seiner Musik auch an. Diese ist irgendwo zwischen Folk, Akustik-Pop und Electro anzusiedeln und präsentiert sich mal düster und kraftvoll wie bei seinen frühen Alben "Lycanthrophy" und "Wind in the Wire", mal optimistisch und gefühlvoll, wie zuletzt auf "Lupercalia" von 2011.

Doch das was Patrick Wolf wirklich ausmacht, ist seine gekonnte Selbstinszenierung. Sein Name und seine halbirischen Wurzeln spielen für sein Image eine wichtige Rolle: Er sieht sich als Erbe der keltischen Liedkunst und ähnlich wie Björk den Schwan und den Bären, hat er den Wolf und diverse Raubvögel zu seinen persönlichen Totems auserkoren. Gepaart mit provokanten Outfits, exzentrischem Make-up, opulenten Bühnenshows und Videoclips, sowie einem darauf abgestimmten Internetauftritt ergibt das avantgardistische Kunstwerk Patrick Wolf ein großes Ganzes. Ob dieser Schnick-Schnack nicht vom Wesentlichen, nämlich seinem musikalischen Können, ablenkt? Darüber lässt sich streiten. Fest steht allerdings: Auf seiner Akustik-Tour zum zehnjährigen Bühnenjubiläum erleben seine Fans Patrick Wolf erstmals völlig ungeschminkt. Denn in solch einzigartigen und intimen Spielstätten wie der Berliner Passionskirche gibt es nur Patrick, seine Instrumente und das Publikum. Und das ist in diesem Fall auch völlig ausreichend.

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Passionskirche
Marheinekeplatz
10961 Berlin

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