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Fatoumata Diawara in Berlin - 8.2.2013 im Postbahnhof

Fatoumata Diawara in Berlin - 8.2.2013 im Postbahnhof

Das Bild von einem Mädchen mit einer Gitarre hat etwas Zeitloses: Die temperamentvolle Folk-Poetin, die die Welt mit ihrer Musik begeistert. Den Archetyp haben Joan Baez und Joni Mitchell erschaffen, und Generationen von Künstlerinnen – von Tracy Chapman bis Laura Marling – haben ihn weiterentwickelt. Jetzt erfindet Fatou dieses starke Bild neu, für eine andere Zeit und einen anderen Kontinent. Damit gibt sie dem Konzept einer Singer/Songwriterin eine unverwechselbar afrikanische Note. Fatoumata Diawaras Debütalbum bringt ein neues, großes Talent zum Klingen – mit einer Reihe wunderschöner, selbst geschriebener Songs und einer aufregenden Lebensgeschichte dahinter.

Groß, unglaublich souverän und elegant, mit einem einnehmenden Lächeln, verwandelt sie Elemente aus Jazz und Folk zu einem exquisiten, zeitgenössischen Folk-Sound. Dabei bricht sie die rockigen Rhythmen und reichen Melodien ihrer Wassoulou-Tradition mit einer instinkthaften Pop-Empfindsamkeit auf. Im Zentrum ihrer Kunst stehen Fatous warme, berührende Stimme, sparsames und rhythmisches Gitarrenspiel und atemberaubend melodische Songs, die oftmals auf ihre zumeist turbulenten Erlebnisse zurückgreifen.

Fatou kam in der Elfenbeinküste zur Welt und wuchs in Mali auf. Heute lebt die 29-Jährige in Paris. Ihr junges Leben vereint eine Vielzahl afrikanischer Erfahrungen der heutigen Zeit: Der Kampf gegen den Widerstand ihrer Eltern in Bezug auf ihre künstlerischen Ambitionen. Und die kulturellen Vorurteile, denen Frauen überall in Afrika begegnen. Fatou selbst wurde als Schauspielerin in Film und Theater erfolgreich, bevor sie ihren Platz in der Musik fand.

„Kanou“, der Eröffnungstrack, typisiert den minimalistischen, dennoch sinnlichen Gestus des Albums – mit Fatous sehnsuchtsvollem Gesang. „Bissa“ unterlegt die ironische Kommentierung des Rechts einer Frau, ihren Ehepartner selbst zu wählen, mit einem Funk-Groove. „Boloco“ hingegen stellt Fatous von Herzen kommende Worte über das kontroverse Thema weiblicher Beschneidung mit Anklängen einer exquisit spärlichen Gitarre und dem ngoni-Spiel der talentierten jungen Künstler Guimba und Moh Kouyate. Das herrlich eingängige „Sowa“ etabliert einen genussvollen Percussion-Klang, nur mit Stimme und akustischer Gitarre. Der Text ist inspiriert von Fatous eigener schmerzhafter Erfahrung mit der afrikanischen Praxis, Kinder bei anderen Menschen aufwachsen zu lassen. „Bevor ihr euer Kinder ins Leid schickt, schaut ihnen in die Augen.“

Damon Albarn, Toumani Diabaté, Herbie Hanckock und John Paul Jones von Led Zeppelin sind nur einige wenige derjenigen, die Fatous musikalischem Zauber erlegen sind. Sie war bei Shows von Africa Express und AfroCubism präsent und hat bei Hancocks Projekt „Imagine“ mitgewirkt. Ihr Debüt aber ist fast vollständig ihr eigenes Werk: Selbst komponiert und arrangiert, auch Background-Gesang und Percussion stammen von ihr. Das Album atmet mit der natürlichen Wärme, dem Selbstvertrauen und der Spontaneität, die Fatou ausmachen.

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Postbahnhof
Straße der Pariser Kommune 3 - 10
10243 Berlin

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