P. Romo
Die Welt der Rockmusik wäre ohne den 45-jährigen Sänger und Gitarristen Mark Lanegan um eine schillernde Figur ärmer. Immer wieder lotet er tiefe persönliche Täler aus, um aus diesen introspektiven Momenten Songs von erdrückender Intensität zu formen. Ob als Frontmann der Grunge-Epigonen Screaming Trees, als Mitglied der Queens of the Stone Age, der Twilight Singers und der Soulsavers oder als Solokünstler: Immer wieder verleiht Mark Lanegan den dunklen Momenten im Leben einen berührenden, aufwühlenden Klang. Trotz all seiner Aktivitäten hat er nun Zeit gefunden, sich ganz auf die Kraft seiner Stimme zu besinnen: Zwischen dem 7. und 11. Mai wird Lanegan vier Solo-Acoustic-Shows in Köln, Hamburg, Berlin und München spielen.
Seit zwei Jahrzehnten gehört Mark Lanegan zu den führenden Stimmen einer schwermütigen, kraftvollen und melancholischen Form der Rockmusik. Seine Faszination für die dunklen Seiten des Lebens kommt nicht von ungefähr: „Ich bin wohl ein Mensch, der zum Schweren neigt“, erklärte er. „Ich habe mir nicht ausgesucht, in fast jeder Begebenheit die wohl schwierigste aller Möglichkeiten zu erfahren oder zu entdecken. Diese Seiten des Lebens scheinen mir zuzufliegen.“
Mark Lanegan macht das Beste daraus: Musik, die mit jedem Ton unter die Haut geht. Seine durch langjährige Alkohol- und Drogensucht radikal gefärbte Stimme wurde in einem Musikmagazin treffend wie folgt beschrieben: „Seine Songs sind von depressiver Schönheit, sein Gesang ist ein Flüstern. Wenn er erzählt, klingt es, als betete er.“ Sein einzigartiger Ansatz an Rockmusik, die er in ständig wechselnden Kollaborationen mit anderen Musikern ausformuliert, hat ihm im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte eine internationale Gefolgschaft beschert, die ihm fast religiös folgt. Wenn man ihm und seiner Stimme erst einmal verfallen ist, gibt es kein Zurück mehr.
Seinen Einstieg in die Welt der Musik fand Mark Lanegan als Frontmann der Seattler Grunge-Pioniere The Screaming Trees, denen er von 1983 bis zum Ende des Jahrtausends vorstand. Auf insgesamt sieben Alben schufen die Screaming Trees eine kompositorisch und spielerisch virtuose Form des Grunge. Damit waren sie für den Massengeschmack etwas zu verspielt und komplex. Die großen Erfolge heimsten andere ein. Die Screaming Trees galten eher als Geheimtipp und Initialzündung für diese letzte große Revolution des Rock. Als Entdeckung für Fans, die tiefer graben wollen.
Beginn: 21 Uhr, Einlass: 20 Uhr, VVK: 22, 50 Euro,
Tickethotline: 030 780 99 810
Lido
Cuvrystr. 7
10997 Berlin