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PETE DOHERTY in Berlin - 2.12.2009 im Kesselhaus

PETE DOHERTY in Berlin - 2.12.2009 im Kesselhaus

P. Romo

Pete Doherty gilt als einer der meistgefeierten britischen Musiker des neuen Jahrtausends. Sowohl zu Anfang des Jahrzehnts, als er mit The Libertines der britischen Rockmusik eine neue Identität verlieh, als auch zuletzt mit seiner Band Babyshambles: Sein Gespür für den ‚Sound der Gegenwart’ in Verbindung mit lyrischen Texten ließ ihn zu einer lebenden Ikone der Popkultur reifen, bei der jeder künstlerische Schritt neue Euphoriestürme auslöst. Seit vergangenem Jahr ist Peter Doherty zudem als Solokünstler unterwegs. Im März erschien sein erstes Soloalbum "Grace/Wastelands", das den schillernden Musiker von einer neuen Seite präsentiert. Wie schon die Alben seiner beiden Bands, so stieg auch diese Platte europaweit in die Charts ein. Zwischen dem 29. November und 1. Dezember kommt Peter Doherty für drei Konzerte nach München, Köln und Hamburg, wo er nicht nur sein Solomaterial, sondern auch neue Versionen alter Songs präsentieren wird.

Kaum ein britischer Musiker dieser Tage polarisiert so stark wie Peter Doherty. Es ist unbestritten, dass der künstlerische Tausendsassa eine Lichtgestalt zwischen Rockmusik, Lyrik, darstellender Kunst und brillanter Bühnen-Performance ist. Wie bei vielen künstlerisch hochbegabten Menschen lebt Doherty dabei jedoch bewusst und unter ständiger Medienbeobachtung ein Leben auf der Überholspur. Es ist eine Existenz im selbst gewählten Grenzbereich. Ob seine Langzeit-Liaison mit Top-Model Kate Moss, seine wiederkehrenden Differenzen mit seinen Bandmitgliedern oder sein Hang zum gelebten Exzess – immer wieder steht der junge Mann mit den vielschichtigen Interessen nicht nur dank seiner Musik in den Schlagzeilen.

Jene Musik ist es allerdings, die aus dem ehemaligen Kunststudenten und Herausgeber eines Fußball-Fanzines eine der populärsten Figuren der zeitgenössischen britischen Musikszene werden ließ. Alles begann mit The Libertines, die Doherty Ende der 90er mit seinem Studienfreund Carl Barat gründete. Die beiden Libertines-Alben "Up The Bracket" und "The Libertines" verhalfen ihnen nicht nur zu immensem internationalem Erfolg und zu höchsten Kritiker-Weihen. Sie gelten heute auch als Startschuss für die noch immer wachsende ‚NeoWave’-Bewegung und damit als Initialzündung für das Wiedererwachen einer britischen Rockszene.

So intensiv diese beiden Werke sind, so explosiv gestaltete sich auch das Verhältnis zwischen Doherty und Barat. So gründete Peter Doherty 2005 nach Auflösung der Libertines mit den Babyshambles eine neue Band, die es ebenfalls auf zwei von Kritik und Käufern gleichermaßen hochgeschätzte Alben bringt. Vor allem das Debüt "Down In Albion" sowie die daraus ausgekoppelte Hitsingle "Fuck Forever" gelten mit ihrem spröden Charme in Verbindung mit kraftvollen Texten und brillanten Melodien schon jetzt als junge Klassiker englischer Rockmusik.

Auf dem im März erschienen Soloalbum "Grace/Wastelands" kann man einem gereiften, in Momenten geradezu milde wirkenden Komponisten zuhören, dem die außergewöhnlichen Songs noch immer förmlich zufliegen. Die lyrische Komponente des George Orwell-, Graham Greene- und Charles Baudelaire-Fans hat dabei an Gewicht weiter zugenommen. Seine Songs sind mittlerweile Oden an das wohlgesetzte Wort. So dürften auch die anstehenden Deutschlandkonzerte zu echten Überraschungen werden. Denn bei Peter Doherty sollte man immer auf alles gefasst sein, was künstlerisch spannend und ungewöhnlich ist.

Kesselhaus der Kulturbrauerei
Schönhauser Allee 36
10435 Berlin

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